„In den Augen des eigenen Kindes zum Vorbild zu werden, ist die größte Anerkennung.” Der folgende Satz könnte sogar als Motto für die Tokaj-Hegyalja-Universität organisierten Oktober-Vortrag der Seniorenakademie, dessen Referenten diesmal Károly Áts und Dóra Bényei-Áts waren.
Auf der Bericht auf der Website der Universität erfahren wir mehr über den mit den Auszeichnungen „Winzer des Jahres (2012)“ und „Winzer der Winzer (2020)“ geehrten, Károly Áts aus Tarcal, der in seinem Vortrag offen über die Werte sprach, die er aus seinem Elternhaus mitgenommen hat, über seine Berufswahl und seine Erfahrungen aus der Schulzeit sowie über die bewusste Entscheidung, in seine Heimat zurückzukehren, um dort sein Wissen einzubringen.
Die Chefkellnerin von Grand Tokaj Zrt. gründete 2012 ihr eigenes Weingut, auf dem jährlich 30.000 Flaschen Tokajer zur großen Freude der Verbraucher hergestellt werden. Diesen Staffelstab gibt er an seine Tochter weiter, die in Sárospatak ihr Abitur gemacht hat und heute als diplomierte Winzerin am weiteren Aufbau der Marke mitwirkt.
Winzer sein – damals und heute
Aus dem Vortrag von Vater und Tochter gingen dieselben Werte hervor: Theoretisches Wissen, praktische Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein sind gemeinsam erforderlich, damit der Duft und der Geschmack der auf ihren Parzellen angebauten Trauben und des daraus hergestellten Weins jene besondere natürliche Umgebung widerspiegeln, die Tokaj-Hegyalja bietet.
Auf die Frage „Wie war es vor 30 Jahren, ein junger Winzer zu sein?” antwortete Károly Áts mit vielen humorvollen und lehrreichen Geschichten, während Dóra die Herausforderungen der heutigen Zeit aufzählte. Moderne Maschinen und Technologien erleichtern die körperliche Arbeit, doch der Generationswechsel bedeutet nicht, dass Traditionen aufgegeben werden. Die neuen Kanäle und Online-Plattformen, die notwendig sind, um die Verbraucher anzusprechen, sind unverzichtbar, erreichen ihr Ziel jedoch nur, wenn die Grundlage der Marke vorhanden ist: der perfekte Wein und eine gute Geschichte.
Die Teilnehmer probierten vier Weine aus dem Sortiment des Weinguts Áts und konnten so selbst erleben, dass das Credo der Referenten – nämlich „der von unseren Händen gehegte Wein soll authentisch sein” – in jedem Schluck zum Ausdruck kommt.